Wann es auf die Größe ankommt: Die Partnerwahl der Erdhörnchen

Übersetzung: Patricia Ruka-Ahr (PatriciaRuka@hotmail.com)

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Schindler, S., Neuhaus, P., Gaillard, J., & Coulson, T. (2013). The Influence of Nonrandom Mating on Population Growth The American Naturalist, 182 (1), 28-41 DOI: 10.1086/670753

Die Weiterentwicklung einer Art ist davon abhängig, wer sich mit wem verpaart. Wir deckten auf, dass die Partnerwahl alleine jedoch wenig Einfluss auf die Wachstungsrate einer Population hat. Nur wenn es demographische Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, wird der Einfluss der Partnerwahl signifikant.

Kolumbianisches Erdhörnchen mit Nestmaterial. (c) Peter Neuhaus

Kolumbianisches Erdhörnchen mit Nestmaterial. (c) Peter Neuhaus

Die Körpergröße eines Tieres beeinflusst seine Fruchtbarkeit, aber auch seine Überlebens- und Paarungschancen. Wer sich mit wem fortpflanzt, entscheidet zudem wie sich eine Art weiterentwickelt. Trotz dieser wichtigen Beziehung, dass Körpergröße und Partnerwahl die Population formen und den Verlauf der Evolution beeinflussen, gab es bisher nur begrenzte Möglichkeiten die Auswirkung beider Faktoren auf das Populationswachstum zu untersuchen.

Wir, das ist eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Großbritannien, Frankreich und Kanada, haben ein Modell entwickelt, mit dem die Evolution der Körpergröße verfolgt werden kann und das ermöglicht, das Paarungsmuster zu verändern. Wir untersuchten die Folgen des Paarungsmusters wenn es von zufälliger (jede Paarung ist gleichwahrscheinlich) zu selektiver Paarung geändert wird. Dabei konzentrierten wir uns auf die drei wichtigsten Abweichungen von Zufallspaarung. Im ersten Szenario finden Paarungen nur unter Partnern von ähnlicher Größe statt, im zweiten Szenario haben Paarungspartnern eher unterschiedliche Körpergröße, und im dritten bevorzugen alle Weibchen große Männchen.

Wir haben unser Modell auf das Kolumbianische Erdhörnchen angewendet, da diese Art ein sehr komplexes Paarungsverhalten zeigt und alle drei Szenarien wahrscheinlich sind. Wir haben herausgefunden, dass sich interessanterweise das Paarungsmuster allein wenig auf das Wachstum einer Population auswirkt. Jedoch kann ihre Wachstumsrate erheblich beeinflusst werden, wenn selektives Paarungsverhalten auf demographische Geschlechtsunterschiede trifft. Dieses Ergebnis ist sehr wichtig, da die Mehrzahl der Arten solche Geschlechtsunterschiede aufweist, zum Beispiel wenn Männchen eine kürzere Lebenserwartung haben, oder Weibchen mehr Energie in ihren Nachwuchs investieren oder Mütter den Phänotyp ihrer Nachkommen mehr beeinflussen als deren Väter. Mit Hilfe unseres neuen Modells kann dies nun weiter erforscht werden.